Warum Fortbildung

Der Steuerberater ist fortbildungspflichtig

Steuerberater müssen sich fortlaufend über neue Rechtsnormen und über die aktuelle Rechtsprechung informieren.

Die Minimalanforderung: Kenntnis von BStBl. I und II, DStR und EFG, soweit es um das örtlich zuständige Finanzgericht geht (vgl. OLG Hamm, GI 1994, 338; LG Hamburg, GI 1986, 24). In der Praxis ist das kaum zu schaffen. Herzig formulierte schon 1993: „Das Überflüssigste sind Mandanten. Sie hindern bei der täglichen Weiterbildung“. Außerdem müssen die genannten Publikationen zeitnah zur Kenntnis genommen werden. Die Rechtsprechung räumt zwischen zwei und vier Wochen zur Kenntnisnahme neuer Entscheidungen/ Verwaltungsanweisungen ein (vgl. dazu auch OLG Düsseldorf vom 25.05.2000, KP 00, 145 ff, das dem Steuerberater eine Karenzzeit von 4 bis 6 Wochen zugebilligt hat).

Insoweit ist künftig mit weiteren Verschärfungen zu rechnen. Jeder Berufsangehörige dürfte inzwischen mit der entsprechenden Technik versehen sein (EDV mit CD-ROM-Laufwerk). Die dahingehend tätigen Verlage bieten Datensammlungen auf CD-ROM zu Preisen an, die für jeden erschwinglich sind und ständig aktualisiert werden. Auch die Rechtsprechung der Finanzgerichte ist oft schon gespeichert. Sowohl die Finanzministerien als auch die Justizministerien stellen geplante Gesetzesvorhaben ins Internet. Allumfassende Informationsmöglichkeiten sind gegeben.

Dementsprechend hat der BGH jüngst entschieden, dass ein Steuerberater seinen Mandanten auch auf in der Tagespresse und in Fachzeitschriften angesprochene Gesetzesvorhaben und die daraus resultierenden steuerlichen Nachteile bei einer beabsichtigten Gestaltung hinweisen muss (BGH vom 15.07.2004, GI 2005, 78 ff.).



Der Steuerberater ist darüber hinaus kontrollpflichtig

Die Kontrollpflicht des Steuerberaters beschränkt sich nicht nur auf die Einhaltung der Formalien (z.B. Fristenkontrolle). Er hat auch die Inhalte zu kontrollieren. Zwar kann kein Steuerberater in der täglichen Praxis jede Maßnahme der Mitarbeiter überprüfen. Gleichwohl verlangt die Rechtsprechung jedenfalls stichprobenartige Überprüfungen. Ist dem Mitarbeiter also bis auf stichprobenartige Kontrollen das Mandat zur eigenverantwortlichen Bearbeitung übertragen, empfiehlt es sich, Mitarbeiter der Kanzlei fortzubilden oder fortbilden zu lassen. Im letzteren Fall kommen wir ins Spiel.


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